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© Andrea Orsi

Der Hexenstein

Der Hexenstein (italienisch Sasso di Stria, ladinisch Sass de Stria) ist ein 2,477 Meter hoher Berg, der sich zwischen dem Lagazuoi und dem Col di Lana erhebt und den Falzarego-Pass und die Straße überragt, die den Valparola-Pass quert.  

Auf der Ostseite unterhalb des Gipfels hat der Hexenstein einen Felsvorsprung, der Vorkuppe (Anticima) heißt und sich über die Große Dolomitenstraße vorstreckt.

Am Valparolasattel, neben der Straße, liegt das Festungswerk Tre Sassi, Teil der österreich-ungarischen Sperrkette gegen das Königreich Italien.
In den Jahren 1897–1900 erbaut, war es bei Kriegsbeginn bereits veraltet und wurde schon 1915 von den Italienern mit schwerer Artillerie in Trümmer gelegt.
Inzwischen wurde in diesem restaurierten Fort ein Kriegsmuseum eingerichtet.

Der Hexenstein gewährt einen grandiosen Blick auf das Ampezzo-Tal, auf das Agordo-Tal und auf das Gadertal und überblickt die Staatsstraße SS48, die berühmte Große Dolomitenstraße, und das Tal in Richtung Cortina. 

Einfach grandios ist der Panoramablick vom Gipfel auf die Fanis-Gruppe, das Dreigestirn der Tofane, den Sella, die Marmolata und den Puez. 


© Bernd Leinesser

© Bernd Leinesser

Während des Ersten Weltkriegs haben die Österreicher, nach der Zerstörung der Festung Tre Sassi seitens der Italiener, den Hexenstein befestigt und zu ihrer Hochburg an der Dolomitenfront gemacht,
Dreh- und Angelpunkt der Verteidigung des Valparola-Passes, um den italienischen Durchbruch in Richtung Gadertal und Pustertal zu verhindern. 

Im Jahr 2004 begannen die Wiederherstellungs- und Restaurierungsarbeiten der Kriegsstellungen. 

Dank des atemraubenden Panoramas, der zahlreichen Wanderwege, der Kletterrouten, einer neuen Via ferrata, des Goiginger-Stollens und eines wunderschönen Naturklettergartens ist der Hexenstein heute ein beliebtes touristisches Ziel.

 Vor allem aber ist dieser Berg ist ein regelrechtes Gewirr von Schützengräben und Kriegsstellungen aus dem Ersten Weltkrieg, das ab 2004 dank der Arbeit der Freiwilligen der Alpini-Sektion Treviso  restauriert und zugänglich gemacht worden ist: eine unglaubliche Menge militärischer Werke, die heute Teil des Freilichtmuseums des Lagazuoi sind. 

Am Valparolapass, neben der Festung Tre Sassi, beginnt ein Wanderweg, der zum 500 Meter langen Goiginger-Stollen und daraufhin zur dem Unterleutnant Fusetti gewidmeten Via Ferrata führt. 

Hier beginnt auch der Wanderweg, der durch die restaurierten österreichischen Schützengräben über den Bergkamm des Hexensteins zum Gipfelkreuz hinaufführt. Der letzte Abschnitt dieses Weges weist zwei Treppen und einige abgesicherte steile und teilweise ausgesetzte Passagen auf.

Der Bergkamm des Hexensteins war während des Ersten Weltkriegs eine undurchdringbare österreichische Verteidigungslinie für die  italienischen Truppen sowie ein sehr wichtiger Beobachtungspunkt in Richtung Lagazuoi und Col di Lana. 

Die Geschichte des Hexensteins ist untrennbar mit der des Lagazuoi, des Martini-Felsbands und des Minenkrieges verbunden. 


HISTORISCHE INFOS:

Der Hexenstein 1915-17  >>>

Falzarego-Pass 1915-17   >>>

Das Martini-Felsband 1915-17   >>>


© Bernd Leinesser