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Falzarego-Pass 1915-17

Die österreichischen und italienischen Stellungen
oberhalb des Falzarego-Passes

Im 1. Weltkrieg kam es am Falzaregopass und auf dem ihn überragenden Kleinen Lagazuoi zu erbitterten Kämpfen zwischen den österreichischen und italienischen Truppen. Spuren dieser Kämpfe sind noch heute allgegenwärtig.
Ziel der italienischen Truppen war der Durchbruch der österreichisch-ungarische Verteidigung am Valparola-Pass, um von dort über das Gadertal die Pustertalbahn zu erreichen.
Zu Beginn der Auseinandersetzungen, im Juni 1915, befanden sich nur wenige österreichische und Tiroler Truppen an dieser Hochgebirgsfront, während die italienische Armee schon  starke Kräfte zusammenzog. 
Der entscheidende Vorstoß misslang jedoch, da die österreichischen Truppen am Falzaregopass wichtige Gipfelstellungen (Kleiner Lagazuoi und Sasso di Stria) besetzt hielten.
Das Sperrfort Tre Sassi am Valparolapass wurde unter heftigstes Artilleriefeuer genommen. Die dort eingebauten Minimalschartenkanonen wurden von den Österreichern in der Goiginger-Stollen im Sasso di Stria eingebaut.
Im Oktober 1915 gelang es den italienischen Truppen unter Major Martini das nach ihm benannte Felsband, unterhalb der österreichischen Stellungen auf dem Lagazuoi und oberhalb der Österreichischen Vonbank-Stellung nach Überwindung einer ungeschützten Bergrinne zu besetzen.
Die italienischen Truppen bauten dieses Felsband stetig aus, weil von dort der Beschuss der Schützengräben der  Vonbank-Stellung über dem Valparola-Pass äußerst wirkungsvoll war. 

Die Österreicher versuchten vergeblich durch 4 gewaltige Minensprengungen oberhalb des Martini-Bandes, die italienischen Truppen von diesem Felsband zu vertreiben.
Aber auch der italienische Versuch, durch Anlegen einer Stollenanlage von ca. 1 km Länge über eine Höhe von 500 HM den Lagazuoi zu erobern, scheiterte.
Mit über 32 t Sprengstoff wurde am 20. Juni 1917 die österreichisch gehaltene Höhe 2668 in die Luft gesprengt, daraufhin wurden die vorstürmenden italienischen Soldaten durch das Abwehrfeuer des in der Feldwache 4 positionierten österreichischen Maschinengewehres niedergemacht.
Direkt rechts (von der Talstation der Seilbahn gesehen) befinden sich bereits die ersten italienischen Stellungen. Die gewaltigen Schutthügel am Fusse der Lagazuoi-Felswand, die Überreste der Minensprengungen, zeugen noch heute von der Absurdität und Brutalität eines Krieges der auf beiden Seiten hunderttausende Opfern gefordert hat.


Quarta mina austriaca

24.Oktober 1917, 2 Uhr und 5 Minuten, das Becken von Flitsch am Isonzo:
900 deutsche 18cm (Gift-)Gaswerfer eröffnen das Feuer auf die italienischen Stellungen. Die österreichischen Batterien feuern mit (Gift-)Gasgranaten aus jedem Kaliber. Die italienischen Truppen zogen sich fluchtartig bis hinter den Piave zurück, die an der Süd-West-Front in den Dolomiten stationierten Truppen wurden zurückgezogen.

Nach 3 Jahren sinnlosem Sterbens kehrt wieder Ruhe in die wunderschöne Welt der Dolomiten ein.