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Via Ferrata Sottotenente Fusetti

Paolo Tassi
Bergführer von Cortina d'Ampezzo
info@guidecortina.com - https://www.guidecortina.com/
      

Um meine Kinder für die Begehung des neuen Klettersteigs auf dem Hexenstein zu begeistern, habe ich ihnen gesagt: "Los, wir gehen rauf und lassen uns vom Berg fressen".
"Was meinst du damit, Papa?"

Um diesen Berg zu besteigen, der die drei Täler Fodom, Badia und Ampezzo überblickt, muss man ihn zuerst von Norden nach Süden durch den von den österreichisch-ungarischen Soldaten ausgegrabenen Goiginger-Stollen durchqueren. 
Der Eingang ist etwas eng, aber der Ausgang ist wunderschön, ein mit Edelweiß übersäter Balkon mit atemraubender Aussicht. Dann wandern wir auf der Westseite um den Berg herum bis zum Einstieg des Klettersteigs, der auf dem Aufstiegsweg verläuft, auf dem ein Trupp italienischer Soldaten während des Ersten Weltkriegs verzweifelt versucht hat, den Gipfel zu erobern. Die letzten Schritte führen zu einem Fenster, dann scheint die Felswand uns wieder einengen  zu wollen. Es ist aber nur der letzte Abschnitt vor einem verzweigten Laufgraben- und Stollensystem, das uns bis auf den Gipfel des Hexensteins führt. 

 

Am 18. Oktober 2018 wurde der neue gesicherte Klettersteig Via Ferrata Sottotenente Fusetti mit einer suggestiven Emweihung eröffnet

Ein gesicherter Klettersteig, der sowohl landschaftlich als auch sportlich, vor allem aber historisch und militärisch sehr interessant ist, da man hier auf den  Spuren eines Helden des Ersten Weltkriegs wandelt.
Diese Via Ferrata wurde von zwei Alpini–Einheiten auf der Suche nach den Überresten des Unterleutnants Mario Fusetti erschlossen, der posthum mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Held des Hexensteins.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DES KLETTERSTEIGS
a) 1. Abschnitt: Quergang nach links; Länge: 10,35 m mit 8 Verankerungen
b) 2. Abschnitt: Senkrechtes Klettern, endet auf einem Felsband;  Länge: 43,5 m mit 22 Verankerungen und 8 Kunststoffkeilen 
c) 3. Abschnitt: Senkrechtes, nicht komplett vertikales Klettern; Länge: 25,2 m mit 16 Verankerungen
d) 4. Abschnitt: Querung auf einer rechts ausgesetzten Spur;  Länge: 46,1 m mit 30 Verankerungen
e) 5. Abschnitt: Senkrechtes, nicht komplett vertikales Klettern; Länge: 41 m mit 27 Verankerungen
f) 6. Abschnitt: Querung nach links, der letzte Teil ist senkrecht; Länge: 37,8 m mit 22 Verankerungen und 2 Kunststoffkeilen 
g) 7. Abschnitt: Senkrechtes Klettern; Länge: 35,7 m mit 23 Verankerungen und 10 Kunststoffkeilen

TECHNISCHE DATEN

Start
Festung Tre Sassi in 2168 m Höhe

Ziel
Festung Tre Sassi in 2168 m Höhe

Zeitbedarf
1 h 50 m

Höhenunterschied insgesamt
204 m

Höhe min.
2168 m

Höhe max.
2319 m

Anfahrt
Valparola-Pass

Zustieg
Schon der Zugang zur Via Ferrata ist von großer historischer Bedeutung: Um den Einstieg des Klettersteigs zu erreichen, muss man durch den Goiginger Stollen mit seinen auf das Martini-Felsband gerichteten Artilleriestellungen gehen, dann die Goiginger Stellung auf dem Bergsattel queren. Diese österreichische Stellung aus dem 1. Weltkrieg machte den Sasso di Stria für die italienischen Soldaten uneinnehmbar. Bei der Festung Tre Sassi, in 2168 m Höhe, nimmt man den Weg in Richtung Sasso di Stria bis zum Goiginger Stollen. Nach 770 m erreicht man den 2255 m hoch gelegenen Stollen. Der Weg bereitet keine besonderen Schwierigkeiten. Der Eingang zum Goiginger Stollen ist relativ schmal, dann kann man ihn aber über die gesamten Längen, 350 m, aufrecht begehen. 140 Meter vom Ausgang des Goiginger Stollens, in 2287 m Höhe, befindet sich die Goiginger Stellung. 810 m nach der Goiginger Stellung gelangt man an den Einstieg des Klettersteigs Der Zustieg durch den Goiginger-Stollen erfordert 1 Std.

Aufstieg
Der Aufstieg auf diesem sehr gut gesicherten Klettersteig ist einfach und erfordert etwa 45 Minuten

Rückweg
Durch die Schützengräben auf dem Gebirgskamm des Sasso di Stria kehrt man zum Festungswerk Tre Sassi zurück.

Berg
Sasso di Stria, 2477 m

Ausrichtung
Südwesten

Erforderliche Ausrüstung
Klettersteigset, Helm und Stirnlampe für den Stollen