'Traiettorie Liquide' by Federica Brignone

04/07/2022

Ausstellung des Projekts “Traiettorie Liquide" von Federica Brignone auf der Lagazuoi EXPO Dolomiti bis zum 31. August

Die erfolgreichste Dame der italienischen Ski-Nationalmannschaft hat in Cortina ihre „fünfte Trajektorie“ vorgestellt. Auf der Lagazuoi EXPO Dolomiti werden ihre „Traiettorie Liquide" erstmals alle Etappen eines seit 2017 laufenden Projekts  ausgestellt.

Videos und Bilder des Fotografen Giuseppe La Spada erzählen die Geschichte einer  Umwelterziehungsinitiative, die seit fünf Jahren vorangebracht wird.

Cortina d'Ampezzo, 4. Juli 2022_ Von Meereshöhe bis auf 2.732 Meter, über Meere, Seen, Flüsse und Gletscher hinweg: Das Projekt „Traiettorie Liquide" (italienisch für „Flüssige Trajektorien“) von Federica Brignone, das 2017 in den Gewässern von Lipari begann, ist im Hochgebirge angelangt, im Hightech-Ausstellungs- und Museumsgebäude Lagazuoi EXPO Dolomiti, das sich in der Bergstation der Seilbahn Lagazuoi zwischen Cortina d'Ampezzo und dem Gadertal befindet.
Die Ausstellung wurde am 2. Juli in Anwesenheit von Federica Brignone eingeweiht. Sie hat die Besucher bei der Besichtigung der drei Ausstellungsräume begleitet und von den Stationen ihrer Reise erzählt: Seit 2017 widmet die Spitzensportlerin sich - als eine der  ersten überhaupt - der Gesundheit des Wassers in all seinen Formen und dem Umweltschutz.

Das Konzept
Die Frau der Rekorde – erste Italienerin, die den Gesamtweltcup  und drei Weltcuprennen in drei verschiedenen Disziplinen gewonnen hat, die erfolgreichste Italienerin aller Zeiten im Weltcup, drei olympische Medaillen, davon zwei bei den letzten Olympischen Spielen in Peking 2022 – engagiert sich auch für Umweltschutz, mit Kommunikationskampagnen und Umwelterziehung. Brignone hat ihre Popularität in den Dienst eines Sensibilisierungsprojekts gestellt, das von ihren Managerinnen Giulia und Daniela Mancini konzipiert und mit dem wertvollen Beitrag des Fotografen Giuseppe La Spada, einer der interessantesten und originellsten bildenden Künstler der internationalen Szene umgesetzt wurde.

„Wie kann ich mich nützlich machen und mit einem Steinchen dazu beitragen, einen Berg zu errichten, oder besser: die Lösung zu finden?" fragte sich Federica, als ihr das Projekt vorgestellt wurde. „Ihre Antwort war: Ich kann davon erzählen."
So begannen ihre Fotoshootings und Umwelterziehungsinitiativen, die auch Kinder ansprechen. Ihr Maskottchen, der Delfin Blue, ist auf dem Helm und auf den Handschuhen der Skifahrerin bei den Rennen in der ganzen Welt dabei.
Die Spitzensportlerin konfrontiert sich jedes Jahr mit einer neuen Herausforderung und stellt den einen oder anderen Aspekt im Zusammenhang mit dem Schutz der Umwelt und insbesondere des Wassers, der Quelle des Lebens auf unserem Planeten, ins Rampenlicht.
Die jüngste Erfahrung dieser Serie, mit dem Thema DEKARBONISIERUNG, wird der Öffentlichkeit erstmalig in der Lagazuoi EXPO Dolomiti vorgestellt.

Die fünf „Flüssigen Trajektorien“

  • Die erste Etappe fand 2017 auf Sizilien in Lipari statt, Schauplatz eines beispiellosen Fotoshootings: Federica tauchte mit der Hilfe eines Taucherteams in Skikleidung, komplett mit Helm, Stiefeln, Skiern und Stöcken ins Wasser ein, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, denen das Meer durch den Menschen ausgesetzt ist.
  • Bei der zweiten Trajektorie im Jahr 2018 tauchte die Skifahrerin für ein neues Shooting in einem Pool, dieses Mal war sie beim Tauchen aber von Plastikverpackungen umgeben, wie die Meeresfauna, die von diesen Abfällen erstickt wird.
  • Bei der dritten Trajektorie tauchte Brignone 2019 in die Gewässer des Gardasees ein, und hat mit Kindern eine Säuberungsstaffel geschaffen.
  • Im Jahr 2020, für die vierte Phase, hat sich das Szenario erneut geändert: Diesmal war das Set der Forni-Gletscher am Stilfser Joch, der zweitgrößte Talgletscher Italiens, der in einem Jahrhundert die Hälfte seiner Oberfläche verloren hat. Federica Brignone wurde mit einem weißen Kleid aus Abfallmaterial, einem Umhang mit den Farben der italienischen Flagge und dem Weltcup in der Hand als allegorische Figur abgebildet.
  • Die im Juni 2022 realisierte fünfte Trajektorie ist ausgesprochen suggestiv und sehr wirkungsvoll. Federica verkörpert den Planeten Erde in einem äußerst schlechten Zustand. Federica, also die Erde, scheint eine begrenzte Autonomie zu haben, so begrenzt, dass eine Blase ihren Kopf umhüllt und sie nur noch für eine Weile vor einer katastrophalen Atmosphäre isoliert. Die Skifahrerin ist daher einem regelrechten Überlebenskampf ausgesetzt: Der einzige Weg zur Errettung ist die Dekarbonisierung. Erzielen kann man sie durch den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen und auch das nur, wenn das gesamte Ökosystem diesen Weg gemeinsam geht.

    Das Szenario ist surreal: Durch steigende Temperaturen, Umweltverschmutzung und Dürre wird die Situation nach und nach bedrohlicher und gefährlicher. Federica ist sich bewusst, dass die Lage dramatisch ist und beschließt, sich dem Thema persönlich zu widmen, und zwar mit dem Kommunikationsmittel, das sie am besten kennt: ihren Status als Skiweltmeisterin.
    Auf dieser Reise stellt sie sich vor, sich in einem Videospiel zu befinden, das jedoch nicht durch einfaches Ausschalten der Konsole unterbrochen werden kann. Es ist eine Reise, die wir alle antreten müssen, um nicht passive Opfer zu werden und nicht die Existenz aller zu gefährden.

    Deshalb beschließt sie, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Situation zu beherrschen und wieder Herr ihres Schicksals zu werden.
    Die Reise hinterlässt eine Botschaft der Hoffnung für die Zukunft: Auch die schwierigste Herausforderung kann gemeistert werden. Es ist aber wichtig, mit dem Bewusstsein zu handeln, Teil eines Ökosystems zu sein, das respektiert, geschützt und nicht ausgebeutet werden soll.
    So verändern sich schließlich auch die Bilder inhaltlich und das Grau weicht der Farbe, das Kleid, Ausdruck der Erde, erwacht wieder zum Leben.
    In der fünften Trajektorie schlägt Federica Brignone vor, den Weg der Dekarbonisierung so konkret wie möglich zu gehen, d. h. im alltäglichen Leben Verhaltensweisen und Lebensstile anzunehmen, die die Reduzierung der CO₂-Emissionen begünstigen und somit nachhaltige Energiesysteme zu fördern. Federica schlägt Verhaltensweisen vor, die individuell im Alltag auf sehr einfache Weise in die Praxis umgesetzt werden können, unsere Welt lebenswerter und gesünder machen und der gesamten Menschheit eine Zukunft garantieren. Sie sagt, zum Beispiel:
    „Ich nehme den Unterschied zwischen 20 und 21 Grad nicht wahr. Wenn wir die Temperatur im Haus um 1 Grad heruntersetzen, sparen wir Geld, reduzieren die Umweltverschmutzung in der Stadt und produzieren weniger CO2”. „Die Klimaanlage muss nicht übermäßig niedrig eingestellt werden“, fährt Federica fort.
    „Wir brauchen nicht unter der Dusche einzuschlafen... 3 Minuten – maximal 5 Minuten sind genug und außerdem muss das Wasser nicht sehr heiß sein: So werden wir weniger Wasser verbrauchen und erhitzen und weniger CO₂ produzieren!"
    Das Recycling ist ein weiteres grundlegendes Element der fünften Trajektorie: „Lasst uns recyceln und wiederverwenden, die Erde DECARBONISIEREN!“ und „Das Recycling ermöglicht es uns, Energie für die Produktion einzusparen und den Einsatz von Rohstoffen zu reduzieren, für deren Gewinnung viel CO₂ verbraucht wird. Darüber hinaus ist die Abfallbeseitigung eine der Hauptursachen für klimaschädliche Emissionen“.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Website traiettorieliquide.it