| IT | EN |
    
| IT | EN |

Historisches zu den Besichtigungsstrecken

Kaiserjägersteig

Der österreichische Verteidigungsschutz im Gebiet des Lagazuoi bestand aus einem in den Valparola-Pass gegrabenen Schützengrabensystem, die sogenannte Stellung Vonbank, deren gut erhaltenen Reste noch heute an den Hängen des Lagazuoi links neben der Seilbahnstation sichtbar sind.Weiter oben befanden sich auf der einen Seite die Stellungen auf dem Hexenstein (Sasso di Stria) und auf der anderen Seite die Posten des Felsbandes Lagazuoi.
Der Kaiserjägersteig stellte eine Verbindungsstraße zwischen dem Talboden und den Hochgebirgs-Posten auf dem Lagazuoi dar und diente dem Transport von Lebensmitteln, Munition und Material.
Mittlerweile wurde dieser Weg so wiederhergestellt, daß er in seiner gesamten Länge begangen werden kann. Obwohl die ausgesetzten Streckenabschnitte gut mit Seilen abgesichert sind, ist hier Vorsicht geboten.

Beschreibung der Route >>>

Kriegsstollen des Kleinen Lagazuoi

Der Kleine Lagazuoi gehört zur Berggruppe Fánis  und in deren Nähe eröffnet sich das wilde und hart umkämpfte Travenànzes-Tal: Eine der Türen, die die italienischen Soldaten durchbrechen mussten, um Tirol vorrücken zu können.

Während der neunundzwanzig Monate von Mai 1915 bis Oktober 1917 war der Kleine Lagazuoi ein wichtiges Bollwerk, das den Zugang zum Falzarego-Pass und zu dem darunterliegenden Valparola-Pass versperrte.
 
Der Lagazuoi wurde von den zwei gegnerischen Armeen hart und rücksichtslos umkämpft und von beiden mit Höhlen, Minenstollen, Tunneln und Artillerie-Stellungen regelrecht durchlöchert.

Eines der vielen militärischen Werke auf diesem Berg ist der spiralförmige Tunnel des Kleinen Lagazuoi. Ein Stollen, der bei einer außergewöhnlichen Siedlung mündet, die am Felsen des berühmten Felsbands Cengia Martini realisiert wurde.

Am Fuße des Berges beeindruckt die darunterliegende Vonbank-Stellung mit ihren sechs imposanten Stacheldrahtverhauen.
 
Dieser Begehbarkeit dieses Stollens, wie des gesamten Freilichtmuseums, ist das Ergebnis einer ungeheuren kriegsarchäologischen Arbeit, an der die Streitkräfte der Länder teilgenommen haben, die sich vor einem Jahrhundert auf diesen Bergen bekämpften.
Dank der Kooperation der zwei Staaten, die die Realisierung des Freilichtmuseums ermöglicht hat, sprechen uns jetzt die zurückgewonnen Spuren der Grausamkeit und Nutzlosigkeit dieses Krieges mit der zivilen Sprache der Kenntnis an.

Beschreibung der Stollenwanderung >>>

Wanderweg an der Dolomitenfront

Der derzeitige Parkplatz der Seilbahn Lagazuoi war während des Ersten Weltkriegs Niemandsland.

Die österreichischen Schützengräben der Vonbank-Stellung versperrten den Durchgang zwischen den westlichen Hängen des  Lagazuoi und des Hexensteins (Sasso di Stria) und verhinderten die Zufahrt ins Gadertal (Val Badia).

Die italienischen Schützengräben erstreckten sich  vom Osthang des Lagazuoi und der Hütte Col Gallina, und von hier bis auf den Gipfel des Col Gallina. Spähtrupps der italienischen und österreichisch-ungarischen Aufklärer patrouillierten in mondlosen Nächten dieses Gebiet, um die gegnerische Verteidigung zu erkunden und, wann immer möglich, die Stacheldrähte zu beschädigen oder zu  neutralisieren, die in drei Reihen vor den Gräben verlegt wurde. Im Winter war diese Aktivität besonders schwierig und gefährlich, denn im weißen Schnee und im Mondschein hatte der Gegner beste Sicht.

Der Wanderweg Nr. 401 kreuzt den italienischen Schützengraben, der vom italienischen Panzerturm am Fuße des Lagazuoi beginnt und im Zickzack unter den italienischen Posten der Öllacherstellung bergauf führt. Diese Stellungen waren vor dem Beschuß der auf dem Sasso di Stria  positionierten österreichischen Artillerie geschützt und daher relativ sicher.

Hier beginnt der Wanderweg, der zum italienischen Minenstollen führt.

Der Weg Nr. 401 verläuft entlang des Truppenlagers. Noch heute sind die Reste der Gebäude sichtbar, in denen die italienischen Soldaten lebten. Die Stellung war gut geschützt, nur in Richtung Bergjoch Forcella Tranvenanzes waren die Soldaten dem österreichischen   Maschinengewehrfeuer vom Großen Lagazuoi und vom Bergjoch Forcella Lagazuoi ausgesetzt.

Um das Bergjoch Forcella Travenanzes zu erreichen, quert man wiederum das Niemandsland. Dieser Streckenabschnitt lag direkt in der Schußlinie der italienischen Maschinengewehre auf Col dei Bos (die Schießscharten im Fels sind gut zu erkennen) und auf der Öllacher Stellung, aber auch von der österreichischen Artillerie am Bergkamm „Muraglia Rocciosa“, auf der Lagazuoi-Scharte und auf dem Großen Lagazuoi.

Die Scharte Forcella Travenanzes wurde von einem Schützengraben aus verteidigt, der heute nicht  mehr besteht.

Der auf den Lagazuoi führende Wanderweg quert die Hänge des Großen Lagazuoi.
Und eben auf diesem Weg transportierten die österreichisch-ungarischen Soldaten Munition und Nahrungsmittel zu den Stellungen in Val Travenanzes, am Castelletto und auf der Scharte  Forcella Fontana Negra.

Der Materialtransport war hier sehr gefährlich. Die Träger gingen diesen Weg nachts und in kompletter Stille und wurden oft von Leuchtraketen beleuchtet und vom Feind ins Visier genommen.

An der Front benötigte jeder Soldat etwa 70 kg Material pro Tag. Der Oberbegriff Material umfasste Munition, Nahrung, Wasser, Baustoffe und alles notwendige, um im Hochgebirge zu überleben, weshalb die Träger diesen Weg gehen mussten.

Die Lagazuoi-Scharte wurde von drei Reihen Stacheldraht und von einem Schützengraben verteidigt. Dieser reichte vom Bergkamm „Muraglia Rocciosa“ bis zum Großen Lagazuoi und lehnte sich an einen Felsvorsprung, der Schiffsbug genannt wurde. Hier kann man noch die Schießscharten der österreichisch-ungarischen Stellungen sehen.


Der Bergkamm „Montagna Rocciosa“ war ein unüberwindbares Hindernis für die italienischen Soldaten, die den Angriff von der  Öllacher Stellung und vom Niemandsland aus versuchten, wo sich heute die Skipiste befindet.

Diese Stellung wurde mittels einer langen Materialseilbahn beliefert. Die Talstation war Capanna Alpina und sie fuhr an der Scottoni-Hütte vorbei.

Der Wanderweg Nr. 402 schlängelt sich an den österreichischen Stellungen des Bergkamms „Muraglia Rocciosa“ vorbei. Es handelt sich hierbei um eine Reihe von in den Fels gehauenen Stellungen mit  Schießscharten für Maschinengewehre, die auf Öllacher Stellung und auf Col dei Bos zielte.

Neben den Stellungen sind die Reste der österreichischen Baracken zu sehen. Diese wurden in Nischen realisiert, die vorab in den Fels gehauen worden waren, um sich besser vor den Schrapnel der italienischen 75 mm-Kanonen zu schützen

Die Verteidigungslinie führte hinauf bis zum Ende des Bergkamms "Muraglia Rocciosa", wo heute die Stellung  FW4 mit dem Maschinengewehr (Feldwache 4) zu sehen ist und bog dann gen Westen ab, wo sich heute die Seilbahn und die Hütte  Rifugio  Lagazuoi befinden. Von hier aus erreichte die Verteidigungslinie den Gipfel des Lagazuoi und verband sich mit dem Kaiserjägersteig. 

Beschreibung des Wanderwegs an der Dolomitenfront >>>

Der Minenstollen

Der am 20. Juni 1917 gesprengte italienische Minentunnel wurde vollständig restauriert und ermöglicht heute die Besichtigung eines der dramatischsten Schauplätze des Ersten Weltkriegs.
Der Stollenzugang liegt an der Vorkuppel des Kleinen Lagazuoi und ist über einen an der Bergstation der Lagazuoi-Seilbahn beginnenden Weg erreichbar.
Bevor man dorthin gelangt, durchquert man ein interessantes Schützengrabensystem, das den österreichischen Truppen als Beobachtungsposten diente.

Der Minenstollen ist in Wirklichkeit ein kompliziertes Labyrinth, das kühnste Tunnelsystem des Ersten Weltkriegs.
Neben dem für die Minenexplosion realisierten Stollen gibt es noch einen Seitentunnel, der den italienischen Truppen nach der Minenexplosion als Ausgang zur Vorkuppel diente, sowie den Stollen mit den Artilleriestellungen, von wo aus die italienischen Kanonen auf den Hexenstein zielten.
Hinzu kommen ein spiralförmiger Stollen mit Ausgang auf das Martina-Felsband und ein horizontaler Stollenabschnitt, der parallel zum Felsband verlief und Schutz vor dem Beschuss durch die Österreicher bot.
Dieses grandiose Werk war eine interne Verbindung zwischen allen Stollenabschnitten und dem darunterliegenden Felsband sowie mit einem Schießscharten-System, das in alle Richtungen zielte.
Das Stollenmundloch befindet sich am Martina-Felsband. Wenn man von hier aus weiter nach rechts bis fast unter die Seilbahn läuft, kann man die Überreste der Unterstände, Baracken und Laufgräben besichtigen.
Das Felsband war ein strategischer Hochgebirgs-Posten, um die darunter befindlichen feindlichen Vonbank-Stellungen anzugreifen.
Die entlang des Weges schon vorhandenen, natürlichen Felshöhlen wurden vergrößert und ausgebaut, denn sie boten Schutz vor feindlichen Geschützen und dienten als Truppenunterkunft und Materiallager.

Beschreibung der Minenstollen-Wanderung >>>