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© StefanoZardini

Historisches zum Kaiserjägersteig

Der Kaiserjägersteig ist nach den österreichischen Soldaten benannt worden, die im Ersten Weltkrieg auf Lagazuoi gegen die Italiener kämpften. 
Die Kaiserjäger waren die 4 Infanterieregimenter der österreichischen Armee. 
Von 1867 bis 1918, während der kaiserlichen und königlichen Doppelmonarchie, hießen diese Militäreinheiten des österreichisch-ungarischen Reiches k.u.k. Kaiserjäger. 
Welchen Stellenwert diesem Militärkorps von Anfang an zugedacht wurde geht daraus hervor, dass es der Kaiser mit seinem Namen ehrte. Es war das einzige Korps der gesamten Armee, dem diese Ehre zuteil wurde.

Sie wurden dort eingesetzt, wo besonders zähe Soldaten erforderlich waren.  
Diese hauptsächlich in Tirol und in Vorarlberg rekrutierten Männer  gehörten zu den loyalsten der Donaumonarchie. 
Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung, waren sie keine Gebirgstruppe sondern haben, wie die italienischen Infanteriesoldaten, das Kämpfen im Hochgebirge am eigenen Leib erleben und erlernen müssen. 
 


Privatarchiv Johannes Erdmann

Während der Ersten Weltkriegs bestand der österreichische Verteidigungsschutz im Gebiet des Lagazuoi aus einem in den Valparola-Pass gegrabenen Schützengrabensystem, die sogenannte Vonbank-Stellung, deren gut erhaltenen Reste noch heute an den Hängen des Lagazuoi links neben der Seilbahnstation sichtbar sind.

Weiter oben befanden sich auf der einen Seite die Stellungen auf dem Hexenstein (Sasso di Stria) und auf der anderen Seite die Posten auf dem  Felsband des Lagazuoi. 
Der  Gipfel des Lagazuoi war fest in  den Händen der Kaiserjäger. 

Der Kaiserjägersteig auf den Gipfel des Kleinen Lagazuoi bildete den vor Beschuss sicheren Zugang vom Talboden zu den zu den österreichischen Schützengräben und zu den k. u. k. Stellungen im Gipfelbereich. 
Zweieinhalb Jahre lang haben die Kaiserjäger diesen Weg den Berg steil hinauf und über eine 10 Meter lange und 25 Meter hohe Hängebrücke hinweg zurückgelegt, um die Truppe am Berg mit Nahrung, Wasser und Munition zu versorgen.

Die  Alpini   besetzten   einen Steinwurf   entfernt  in  der  Südwand das  Martini-Felsband und  bauten dieses zu  einer Festung aus. Alle Versuche der Kaiserjäger, die Italiener von dort zu vertreiben, scheiterten. 
Auch mit vier  österreichischen Minensprengungen  über dem Martini-Felsband konnte taktisch kein Erfolg errungen werden.
Die Italiener bohrten sich vom Fels der Südwand in sechs Monaten mühsam durch den Berg bis knapp 40  Meter  unter  die  österreichische  Stellung an der Vorkuppe (2.668 m) und zündeten am 20. Juni 1917 33 Tonnen   Sprengstoff. Diese Explosion hat die Morphologie des Berges und somit das Landschaftsbild verändert. 
Dabei eliminierten  sie  einen  österreichischen  Vorposten und   rückten auf den Gratrücken vor, ein  entscheidender Sieg wurde aber auch  durch diese enorme Sprengung nicht  errungen. Es blieb alles beim Alten.
Die Soldaten mussten einen langen,   unerträglichen Stellungskrieg führen, bis die Truppen nach der Niederlage von Karfreit zurückgezogen wurden.