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Photo by Giacomo Pompanin

Die Stollen der Lagazuoi-Vorkuppe

Während des Ersten Weltkriegs gruben die italienischen Soldaten ein kühnes Tunnelsystem, das vom Martini-Felsband bis hinauf zum Gipfel der Lagazuoi-Vorkuppe führte, um die österreichischen Stellungen  unterzuminieren. Neben dem für die Minenexplosion realisierten Stollenzweig, gruben sie einen Schulterstollen mit Ausgang auf die Vorkuppe, den Stollen für die Artilleriestellungen, einen Spiralstollen, den unteren Zweig mit Ausgang auf das Martini-Felsband und einen horizontalen Verbindungsstollen für die Felsband-Stellung. Der als Minenstollen vorgesehene Stollenzweig wurde am 20. Juni 1917 in die Luft gesprengt. 

Der Stollen des Lagazuoi wurde eingehend restauriert und ist heute eine atypische Via Ferrata, die, durchgehend begehbar, über 1 Kilometer lang durch das Berginnere führt ist. Der Stollen ist in seiner ganzen Länge mit Drahtseilen gesichert und technisch nicht anspruchsvoll. Er ist feucht und dunkel, nur an wenigen Stellen dringt etwas Tageslicht durch die grandiosen, in den Fels gehauenen Fenster ein.
Da der Stollen sehr steil ist, fahren die Besucher vorzugsweise mit der Seilbahn Lagazuoi bis zur Bergstation und begehen ihn im Abstieg
Der obere Stolleneingang befindet sich an der Vorkuppe des Kleinen Lagazuoi und ist von der Lagazuoi-Hütte sowie von der Bergstation der Seilbahn in kurzer Zeit auf einem einfachen ausgeschilderten Weg zu erreichen. Der untere Ausgang führt dort ins Freie, wo sich der horizontale Verbindungsstollen mit dem Felsband befand, das heute nach Major Martini benannte worden ist. Knapp darunter sind die Barackenlager des Malvezzi-Felsbands. Von hier aus erreicht man alsbald auf einem ausgeschilderten Pfad den Wegweiser 402, der zum Falzarego-Pass führt.

Wer den Tunnel bergauf begehen möchte, startet am Falzarego-Pass, folgt dem Wanderweg an der Dolomitenfront  bis zur Weggabelung, die links zum Stolleneingang führt, der sich oberhalb des Malvezzi-Felsbands befindet, Ein Abstecher zu diesem interessanten Felsband mit seinem Barackenlager ist ein Muss. Der Stollen führt oben auf der Vorkuppe des Piccolo Lagazuoi ins Freie. 
Nach dem Stollenausgang durchquert man entlang der Strecke ein Schützengrabensystem, das dem österreichischen Heer als befestigter Vorposten diente. Von dort erreicht man auf einem Wanderweg die Bergstation der Lagazuoi-Gondel und das Rifugio Lagazuoi

HISTORISCHES VIDEO "Die italienischen Stollen auf der Vorkuppe"  >>>

HISTORISCHES ZU DEN STOLLEN DES LAGAZUOI  >>> 

TECHNISCHE DATEN

Start
Falzarego-Pass, Parkplatz der Seilbahn Lagazuoi

Ziel
Falzarego-Pass, Parkplatz der Seilbahn Lagazuoi

Zeitbedarf
2,5 - 3 h

Wegnummer
CAI 402,401

Höhenunterschied insgesamt
639 m

Höhe min.
2.107 m

Höhe max.
2.752 m

Anfahrt
Start am Falzarego-Pass, den man bequem von Cortina d’Ampezzo, Arabba oder Alta Badia mit eigenem Fahrzeug oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht.

Zustieg
Vom Falzarego-Pass fährt man mit der Seilbahn Lagazuoi auf den Lagazuoi und erreicht die nahe gelegene gleichnamige Hütte.

Aufstieg
Die Lagazuoi-Hütte ist auch zu Fuss auf dem Weg 402-401, mit einem Höhenunterschied von 630 m, in 2 Stunden erreichbar.

Erforderliche Ausrüstung
Gute Bergschuhe, Handschuhe, Stirnlampe und Schutzhelm

Empfohlene Zeitspanne
Der Stollen ist eine gute Alternative bei unbeständigem Wetter!